Digitalisierung in der EU – Rückblick 2021

Digitalisierung wird in Zukunft immer wichtiger werden. Dafür ist eine digitale Infrastruktur notwendig. Wie will die EU diese Infrastruktur bis 2030 aufbauen und umsetzen?

Digitale Ziele bis 2030

Auch die EU hat gemerkt, das Digitalisierung künftig immer wichtiger wird. Besonders die Pandemie hat gezeigt, dass es durchaus Verbesserungsbedarf bei der digitalen Infrastruktur in der EU gibt. Dafür erstellte die Europäische Kommission einen digitalen Kompass mit vier Kernzielen. Er soll die Europäische Union in der digitalen Dekade bis 2030 leiten.

Digitaler Kompass

Die Kernziele des digitalen Kompasses drehen sich alle um die Verbesserung der digitalen Kompetenzen und der digitalen Infrastruktur. Beim ersten Ziel geht es um digital befähigte Bürger:innen und hoch qualifizierte digitale Fachkräfte. Dabei soll die IKT-Branche (Informations- und Kommunikationstechnologie), vor allem mit mehr Frauen, ausgebaut werden und mindestens 80% aller Erwachsenen sollen über digitale Kompetenzen verfügen. Das zweite Ziel befasst sich mit dem generellen Ausbau einer sicheren, leistungsfähigen und tragfähigen digitalen Infrastruktur, wobei auch das 5G-Netz im Vordergrund steht. Beim dritten und vierten Ziel geht es um den digitalen Umbau der Unternehmen und die Digitalisierung der öffentlichen Dienste. Bis 2030 sollen bestimmte Unternehmen mehr künstliche Intelligenz nutzen und öffentliche Dienste sollen künftig auch online zur Verfügung stehen.

Weg in die digitale Dekade

Um die Umsetzung der Ziele jährlich zu prüfen soll es auf Grundlage des DESI (Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft) ein transparentes Überwachungssystem geben. Dabei sollen alle EU-Mitgliedsstaaten zusammenarbeiten. Mit sogenannten Mehrländerprojekten sollen Projekte ermöglicht werden, die für einen Staat alleine nicht umsetzbar wären. Auf der Liste der Mehrländerprojekte stehen unter anderem Hochleistungsrechner, sichere Quantenkommunikation und Zentren für den Ausbau digitaler Kompetenzen der Menschen. Die Projekte sollen aus EU-Fördermitteln kofinanziert werden.

Verhaltenskodex bei der Kommunikation

Bereits 2018 erstellte die Kommission einen Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Desinformation. Der Verhaltenskodex ist Teil des Aktionsplans mit dem die EU Maßnahmen gegen Desinformation verstärken möchte.  Akteure, die diesen Verhaltenskodex unterzeichnen, verpflichten sich dazu mit transparenten Maßnahmen gegen Desinformation vorzugehen und Fortschritte in einem Selbstbewertungsbericht zu veröffentlichen. Seit 2018 unterzeichneten bereits große Online-Plattformen wie Google, Twitter und TikTok diesen Kodex. In diesem Jahr wurden 16 weitere Akteure  dazu gewonnen, unter ihnen Kommunikations- und Werbeanbieter. So unterschrieben unter anderem Twitch, Adobe und Reporter ohne Grenzen den Kodex, aber auch Plattformen wie Crisp Thinking oder die Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung.

Inhalte des Verhaltenskodex

Das Ziel des Verhaltenskodex ist klar: Fake News bekämpfen und Desinformation auf Online-Plattformen einschränken. Dafür sollen zum Beispiel Webseiten, die gezielt Desinformation praktizieren besser demonetisiert werden. Die Nutzer der Plattformen sollen mehr Aufklärung und Kompetenzen im Umgang mit Desinformation erhalten. Außerdem sollen die Plattformen eng mit Faktenprüfern zusammenarbeiten die einordnen können, ob es sich um Desinformation handelt. Letztlich soll ein robuster Rahmen geschaffen werden, der diese Maßnahmen und Aktivitäten überwacht und dafür sorgt, dass Desinformation erfolgreich bekämpft werden kann.

Deutschland im europäischen Ranking

Im europäischen Vergleich belegte Deutschland in diesem Jahr den elften Platz und liegt damit über dem europäischen Durchschnittswert (15. Platz). Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich Deutschland sogar um einen Platz verbessert, denn 2020 lag Deutschland im DESI-Vergleich auf Platz 12. Im Bereich Humankapital schnitt Deutschland sehr gut ab, da digitale Kompetenzen und Softwarekompetenzen hier weit verbreitet sind. Jedoch Mangelt es nach wie vor an IKT-Fachkräften, was sich auch auf die Digitalisierung der Unternehmen auswirkt. Die Länder mit dem geringsten digitalen Fortschritt sind in diesem Jahr, wie auch im Jahr 2020, Bulgarien, Griechenland und Rumänien. Durch die Erstellung des digitalen Kompasses werden in den nächsten Jahren sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern der EU sicher noch größere digitale Fortschritte erzielt.

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