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Was bedeutet der 8. Mai?

Der 8. Mai 1945 gilt als Tag der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht und markierte damit das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. In vielen Ländern wird nun jedes Jahr an diesen sogenannten „Tag der Befreiung“ erinnert, denn damit endete auch die langjährige Herrschaft der Nationalsozialisten im Deutschen Reich. In einigen Ländern Europas ist der 8. Mai bereits ein offizieller Gedenktag, sodass nun auch in Deutschland eine Debatte über die Einführung eines gesetzlichen Feiertages angestoßen wurde.

Ein Blick in die Geschichte

Köln wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört.

Nach knapp sechs Jahren kam es 1945 zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa, indem Generaloberst Alfred Jodl am 7. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation der deutschen Armee im Hauptquartier der Alliierten im französischen Reims unterzeichnete. Diese trat am darauffolgenden Tag in Kraft. Auch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnete am 9. Mai 1945 im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst diese Erklärung. Doch die Bedeutung des Tages unterschied sich damals für die verschiedenen Akteure: Wohingegen der 8. Mai für die Alliierten ein Tag des Sieges über das nationalsozialistische Deutschland war, war er für die Deutschen ein Tag der Niederlage. Einen Tag der Befreiung stellte der 8. Mai aber vor allem für die Häftlinge und Gefangenen in Konzentrationslagern sowie für die Bewohner der von Deutschland besetzen europäischen Länder dar.

Eine historische Rede im Bundestag

Obwohl der 8. Mai heute ein selbstverständlicher Gedenktag in der Bundesrepublik ist, war dies nicht immer der Fall. Lange tat man sich mit der richtigen Art des Erinnerns schwer, da dieser Tag für die Deutschen Niederlage und Befreiung zugleich symbolisierte. Mit seiner Rede zum 8. Mai 1985 rückte der damalige Bundespräsident Richard Weizsäcker den Tag in den Fokus der Öffentlichkeit: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“, so Weizsäcker. Das Umdenken von Kapitulation oder Niederlage hin zu Befreiung ist somit spätestens seit Weizsäckers Rede zum Tenor der deutschen Erinnerungskultur geworden.

Die komplette Rede von Richard von Weizsäcker können Sie hier nachlesen.

Der 8. Mai heute

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Staaten, wird der Jahrestag des Kriegsendes in Europa begangen. So ist der 8. Mai beispielsweise in Frankreich, Tschechien und der Slowakei ein staatlicher Feiertag. Den Vorstoß einer Auschwitz-Überlebenden, den „Tag der Befreiung“ auch in Deutschland zu einem gesetzlichen Feiertag zu machen, hat seither eine Debatte angestoßen.

Anlässlich des 75. Jahrestages ist der 8. Mai 2020 nur in Berlin einmalig ein gesetzlicher Feiertag, dem auch einige deutsche Politiker bei einem Staatsakt gedenken werden.

Von vielen Europäern kann der „Tag der Befreiung“ heute also erinnert und so Teil eines kollektiven europäischen Gedächtnisses werden.

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