
Kinder im Internet schützen
EIZ Rostock
Gefahren im Internet
Je länger Kinder sich im Internet aufhalten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit problematischen Inhalten konfrontiert werden. Aus der häufigen Nutzung sozialer Medien entstehen außerdem Risiken für das Wohlbefinden Heranwachsender.
Laut Eurobarometerumfragen geben 40% der Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren an, dass sie denken, zu viel Zeit am Bildschirm zu verbringen. An Schultagen erreichen Jugendliche im Durchschnitt 4,5 Stunden und an Wochenende 6,1 Stunden Bildschirmzeit. Wenn Jugendliche vor dem 10. Lebensjahr anfangen Social Media zu nutzen, erhöht sich dieser Wert sogar auf 7,5 Stunden täglicher Bildschirmzeit.
Die Umfragen zeigen einen großen Zusammenhang zwischen Internetnutzung und mentale sowie auch physischen Gesundheit der Kinder. Somit wird ein dringender Handlungsbedarf deutlich.


Süchtigmachende Plattform Designs
Heutige Online-Plattformen sind so gestaltet, dass sie die Aufmerksamkeit ihrer Nutzer so lange wie möglich behalten. Bekannte Methoden, die auf Belohnungsmechanismen beruhen sind beispielsweise personalisierte Algorithmen auf Social Media und kurze Videoformate.
Hier setzt die EU an und arbeitet an Wegen, Kinder im Internet zu schützen und sie mit den nötigen Kompetenzen auszustatten, um sich selbstbestimmt online zu bewegen und digitale Technologien auch selbständig nutzen zu können.
„Seit Jahrzehnten arbeiten wir daran, die reale Welt für Kinder sicherer zu machen, und das Gleiche müssen wir auch in der digitalen Welt tun. Die Chancen, die uns die Technologie bietet, dürfen nicht auf Kosten der Sicherheit, Gesundheit oder des Glücks unserer Kinder gehen.“
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission
Sonderausschuss für die Sicherheit von Kindern im Internet
Der von Ursula von der Leyen 2025 einberufene Sonderausschuss für die Sicherheit von Kindern im Internet besteht aus Fachleuten der Bereiche Neurowissenschaften, Psychologie, Informatik, Kinderrechte und digitale Kompetenzen, die sich gemeinsam zum Thema beraten haben. Junge Menschen und Bürger*innen kamen im Rahmen von Initiativen wie den „Jugendbeirate der Präsidentin“, sowie den „Europäischen Bürgerforen“ zu Wort. Ihre Beiträge sind zentraler Bestandteil der Beratungen des Sonderausschusses.
Arbeitsberreiche des Sonderausschusses
Sicherheit von Kindern im Internet
- Altersbeschränkungen für Soziale Medien sowie Schutzvorkehrungen, um die Sicherheit von Kindern im Internet zu gewährleisten
- Medienkompetenzen für eine verantwortungsvolle Nutzung sozialer Medien
- EU-Weite Ansätze, um Kinder im Internet zu schützen
Nutzung von Online-Plattformen durch Kinder
- Risiken und Vorteile der Nutzung von sozialen Medien, Spielen, Messaging-Apps und KI-Tools durch Kinder
- Auswirkungen auf Gesundheit und mentales Wohlbefinden
Verantwortung von Online-Plattformen
- Altersbeschränkungen für Soziale Medien sowie Schutzvorkehrungen, um die Sicherheit von Kindern im Internet zu gewährleisten
- Medienkompetenzen für eine verantwortungsvolle Nutzung sozialer Medien
- EU-Weite Ansätze um Kinder im Internet zu schützen

Sitzungen des Sonderausschusses
In der Ersten von drei Sitzungen hat man Risiken und Vorteile der Internetnutzung durch Kinder diskutiert. Außerdem sprach man über bereits existierende Maßnahmen für Online-Sicherheit. Zu den Hauptthemen zählten die Verantwortung von Technologieunternehmen, süchtig machende Merkmale und Algorithmen von Online Plattformen sowie Kindersicherungen und digitale Kompetenzen.
Das Thema der zweiten Sitzung waren die momentanen EU-Vorschriften zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Vor dieser Sitzung wurde auch die EU-App zur Altersüberprüfung vorgestellt.
Die abschließende dritte Sitzung befasste sich mit den wichtigsten Erkenntnissen und bereits erfolgreichen Maßnahmen in der EU und ihrer Partnerländer. Ein Fokus lag außerdem auf der Notwendigkeit, Eltern und andere Betreuungspersonen dabei zu unterstützen, Kinder im Internet zu schützen.
Bereits bestehende Maßnahmen
Der Schutz Minderjähriger im Internet und die Förderung ihrer psychischen Gesundheit gehören zu den obersten Prioritäten der EU. Hierzu wurde bereits ein Rechtsrahmen geschaffen, der das Gesetz über digitale Dienste und die dazugehörigen Leitlinien zum Schutz Minderjähriger, die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste sowie die Strategie für ein besseres Internet für Kinder und das von der EU finanzierte Safer-Internet-Zentren umfasst.
Darüber hinaus hat die EU bereits 2025 eine EU-App zur Altersüberprüfung vorgestellt, die den höchsten datenschutzrechtlichen Standards gerecht sein soll. Ziel ist es, dass diese App von Online-Plattformen genutzt wird.
Die App folgt dem erfolgreichen Modell der europäischen COVID-App.
Es handelt sich um eine anonyme und quell-offene App.
„Mit dieser App können Nutzer ihr Alter nachweisen, wenn sie auf Online-Plattformen zugreifen. Genauso wie Geschäfte einen Altersnachweis verlangen, wenn Menschen dort alkoholische Getränke kaufen.“ – Ursual von der Leyen
Die App soll mit einem Reisepass oder dem Personalausweis eingerichtet werden.Es sollen keine weiteren persönlichen Informationen weitergegeben werden. Lediglich soll gespeichert werden, ob eine Person eine gewisse Altersgrenze überschritten hat, oder nicht. Wenn eine Nutzer*in nun eine Seite oder eine App mit Altersbegrenzung nutzen möchte, kann die App bestätigen ob die Nutzer*innen alt genug sind. Das Geburtsdatum oder andere Informationen werden nicht weiter gegeben.
Ein Datum, wann die App auf den Markt kommt wurde nicht genannt.
Quellenangabe:
https://europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/3686?etrans=de
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-app-altersueberpruefung-100.html






