
Europäischer Tag der Sprachen am 26. September
Am 26. September wird der europäische Tag der Sprachen (ETS) gefeiert
2001 wurde dieser Tag auf gemeinsame Initiative des Europarates und der europäischen Kommission ins Leben gerufen. Der Tag soll dazu motivieren, in jedem Alter Sprachen zu entdecken und sie zu erlernen.
Die Überzeugung des Europarates und der Europäischen Kommission ist es, dass sprachliche Vielfalt ein wirksames Mittel zu Förderung des interkulturellen Verständnisses sind und ein wichtiger Bestandteil des reichen kulturellen Erbes Europas ist.
Sprachliche Vielfalt ist also auch ein Merkmal der Europäischen Union. Neben den Amtssprachen finden sich darüber hinaus auch eine große Menge an Minderheitensprachen und Dialekten, die es wert sind, geschützt und gefördert zu werden.
Aktivitäten 2026 im Rahmen des ETS
Im Rahmen des europäischen Tages der Sprachen (ETS) am 26. September 2026 könnt ihr an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen.
Auf der Seite des ETS findet ihr viele Möglichkeiten persönlich, oder auch mit Schulklassen aktiv zu werden und die sprachliche Vielfalt Europas zu entdecken. Dieses Jahr gibt es zum Beispiel ein Poster-Wettbewerb, einen T-Shirt Wettbewerb sowie eine EDL-Klassen-Sprach-Challenge-Weltrekordversuch! Hier können Schüler*innen gemeinsam an lustigen Sprach-Missionen teilnehmen um sprachliche Vielfalt zu feiern.
Offizielle EU Sprachen
Die EU hat 24 Amtssprachen, die in 3 Alphabeten geschrieben werden. Latein, Kyrillisch und Griechisch. Zusätzlich zu den 24 EU-Amtssprachen erkennen die EU-Länder 2 weitere als Staatssprachen an. Türkisch (auf Zypern) und Luxemburgisch (in Luxemburg).
Damit steigt die Gesamtzahl auf 26!
Und daneben existieren noch viel mehr Minderheitensprachen sowie Regionale Dialekte, welche die Europäische Union bereichern. In Deutschland gibt es circa 16 bis 20 größere Dialektverbände und unzählige lokale Unterdialekte!
In Italien gibt es sogar mehr als 30 Hauptdialekte und hunderte Unterdialekte und sogar als eigenständig anerkannte Minderheitensprachen. Italien gilt in der EU sogar als das Land mit der extremsten und vielfältigsten Dialektlandschaft, welche häufig auch als eigenständige romanische Regionalsprachen eingestuft werden. Viele Varianten weichen so stark vom Standarditalienisch ab, dass selbst Italiener den Dialekt von Nachbarorten oft kaum noch verstehen können.

Sprachliche Wurzeln und Gemeinsamkeiten
Aufgrund vielfältiger kultureller und historischer Verflechtungen erwecken Sprachen und Dialekte in anderen Ländern den Eindruck, sie seien teilweise verwandt. So findet man zum Beispiel viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Niederdeutschen (auch Plattdeutsch) Dialekt und den Sprachen der skandinavischen Länder, wie zum Beispiel norwegisch. Durch historische Handelsbeziehungen der Hansezeit entwickelte sich eine tiefe sprachliche Verwandtschaft. Dabei übernahmen Norwegisch, Schwedisch und Dänisch viele Wortbildungselemente aus dem Niederdeutschen.
Auch Portugiesisch und Venezianisch (die Regionalsprache aus Venetien in Italien) teilen tiefe sprachliche Wurzeln, die über das Standartitalienische hinausgehen. Und das, obwohl sie geografisch weit voneinander entfernt sind.
Das Standarditalienische gehört zu den ostromanischen Sprachen. Venezianisch hingegen wird linguistisch oft den westromanischen Sprachen zugeordnet – genau wie das Portugiesische. Dadurch teilen sie Entwicklungen aus dem Vulgärlatein.
Bilingualität und Mehrsprachigkeit in der EU
Im Südtirol herrscht keine reine Bilingualität, sondern ein institutionalisierter Trilingualismus (Ladinisch, Deutsch und Italienisch). Europweit gilt hier ein einzigartiges Bildungssystem in dem Fächer zu gleichen Teilen auf Deutsch und Italienisch unterrichtet werden, während Ladinisch als Muttersprache als eigenständiges Fach im Schulalltag integriert ist. Durch den Südtiroler Autonomiestatus kann Ladinisch einen offiziellen Status genießen.
So wachsen Kinder im Südtirol auf natürliche Weise mehrsprachig auf.
Im Elsass gibt es ähnliche Bemühungen, Deutsch in den Schulalltag zu integrieren. Die Deutsche Sprache soll als Brückenschlag zum regionalen elsässischen Dialekt (auch: elsässerditsch) fungieren, der laut UNESCO als gefährdet gilt. Da sich Frankreich stark am Prinzip „Eine Nation, eine Sprache“ orientiert (Französisch als alleinige Amtssprache), wurden andere Minderheitensprachen und regionale Dialekte in Frankreich bisher stark zurückgedrängt.
Um das Lernen von Fremdsprachen zu fördern, bieten zum Beispiel Europaschulen ein erweitertes Fremdsprachenagebot für ihre Schüler an. Europaschulen orientieren sich an einem Konzept, dass auf erweiterte europäische und interkulturelle Bildung setzt. Häufig werden einige Sachfächer ab einer bestimmten Klassenstufe auch auf Fremdsprachen unterrichtet.

Vorteile sprachlicher Vielfalt
Sprache ist Teil unserer Identität und unseres gemeinsamen europäischen Erbes. Die Förderung des Sprachenlernens und der Schutz aller Sprachen kommt dem Einzelnen, der Gesellschaft und der Wirtschaft zugute.
Sprachen eröffnen persönliche sowie berufliche Möglichkeiten, sie fördern das kulturelle Verständnis, die Inklusion und den sozialen Zusammenhalt.
Schutz der Sprachen
Die sprachliche Vielfalt der EU ist in Artikel 22 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankert. Die Rechte von Menschen, die Minderheiten angehören, sind ein zentraler Teil dieser Charta. Sie fordert unteranderem die Achtung kultureller, religiöser und sprachlicher Vielfalt in der gesamten EU. Die Kommission stellt sicher, dass die Grundrechte bei der Durchsetzung von EU-Recht geachtet werden.
Programme wie Horizon Europe – das wichtigste Förderprogramm der EU für Forschung und Innovation – unterstützen die sprachliche Vielfalt. Zu den aktuellen oder laufenden Projekten gehören:
- Startseite – RISE UP – Wiederbelebung der Sprachen und Sicherung der sprachlichen Vielfalt
- MultiLX – Strategien zur Stärkung des europäischen Sprachkapitals in einer globalisierten Welt
- FOSTERLANG – Zusammenarbeit zur Förderung der sprachlichen Vielfalt und der Selbstermächtigung von Sprachgemeinschaften, die ihr Potenzial für das Wohlergehen Europas und den soziokulturellen Wohlstand verbessern
- REVIVE – Unterstützung der Sprachrevitalisierung durch Community Storytelling und digitale Innovation.
Um die sprachliche Vielfalt in der EU zu erhalten, unterstützt Creative Europe die literarische Übersetzung. Dies ermöglicht einen breiteren Zugang zu wichtigen literarischen Werken.
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