
Die PISA-Studien und Bildungsungleichheiten
PISA 2025 - 8. September 2026
Die neueste PISA-Studie (PISA 2025) wurde dieses Jahr 8. September 2026 veröffentlicht. Die Datenerhebung hierfür fand von März bis Mai 2025 statt.
Sie zeigen für Deutschland leider die schlechtesten Werte seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000 und damit auch schlechtere Werte als zum bekannten „PISA-Schock“ im Jahr 2001. Dieser hatte zu der Zeit für zahlreiche Debatten zur Bildungsqualität im Deutschen Schulwesen gesorgt.
In allen drei bei der Studie erfassten Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und beim Lesen seien seit etwa zehn Jahren sinkende Kompetenten zu erkennen, sagte der Leiter der deutschen PISA-Studie Samuel Greiff.
www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw41-pa-bildung-donnerstag-1221648
Was sind die PISA-Studien überhaupt?
PISA ist die Abkürzung für „Programme for International Students Assessment“. Sie ist ein internationaler Schulleistungstest der OECD. Die erste Untersuchung wurde im Jahr 2000 das erste Mal durchgeführt und findet rund alle drei Jahre statt. In der PISA-Studie geht es um die Kompetenz von 15-Jährigen in den drei Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.
Neben dem Test füllen die Schülerinnen und Schüler, Eltern und Schulleitungen Fragebögen zu sozialer Herkunft, Lernbedingungen und Motivation aus. So können beispielsweise Rückschlüsse auf den sozioökonomischen Status von Familien ziehen und damit auf Bildungsungleichheiten verwiesen werden. Der Test leistet also mehr, als nur ein Vergleich zu sein.

PISA-Studie und Deutschland im EU Vergleich
Im EU Vergleich sind wir mit den Werten dieses Jahres knapp über dem Durchschnitt. In Naturwissenschaften 486 Punkte, Lesekompetenz 465 und in Mathematik 464 Punkte. Spitzenreiter in der EU sind zum Beispiel Finnland und Estland. Estland erreichte in den Bereichen jeweils 527, 499 und 508 Punkte.
In vielen europäischen Staaten hängt der Bildungserfolg weiterhin stark vom sozioökonomischen Status (ESCS) der Familie ab. Schon im Jahr 2002 verzeichnete Deutschland hier im Vergleich große Disparitäten.
Der PISA-Schock 2001
Seit dem PISA-Schock im Jahr 2001 ist das Interesse an Ergebnissen internationaler Schulleistungsstudien gewachsen.
In anderen Ländern war die von PISA gemessene Schulleistung weit besser als in Deutschland und war damit Auslöser für viele bildungspolitische Debatten.
Die PISA Studie 2001 deckte außerdem auf, dass in kaum einem anderen Industrieland der schulische Erfolg so stark von der sozialen Herkunft abhängt, wie es in Deutschland der Fall ist. Die Diskrepanzen haben in den letzten Jahren wieder zugenommen.
Bildungspolitische Folgen
Der PISA-Schock hat damit in Deutschland eine Welle an Forderungen an die Bildungspolitik losgetreten. Er war der Startschuss für tiefgreifende Veränderungen im deutschen Schulsystem. Dazu gehörten die Einführung bundesweit einheitlicher Bildungsstandards, der Ausbau von Ganztagsschulen, eine stärkere Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund und eine Reform der Lehrerausbildung.
KMK-Handlungskatalog vom Dezember 2001
- Verbesserung der Sprachkompetenz in verschiedenen Bereichen
- Bessere Verzahnung von Vor- und Grundschule; frühere Einschulung
- Verbesserung der Grundschulbildung
- Bessere Förderung benachteiligter Kinder
- Qualitätssicherung durch verbindliche Standards und Evaluation
- Stärkung der diagnostischen und methodischen Kompetenzen der Lehrkräfte
- Ausbau schulischer und außerschulischer Ganztagsangebote
www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2002/2002_10_07-Pisa-2000-Zentrale-Handlungsfelder.pdf
Zweiter und dritter Bildungsweg als Möglichkeiten
Um Ungleichheiten in der Bildungskarriere auszugleichen, gibt es die Möglichkeit auch auf anderen (dem 2ten oder 3ten) Bildungswegen einen Hochschulabschluss zu erreichen.
So gibt es die Möglichkeit beispielsweise Abendgymnasien zu besuchen und so sein Abitur nachzuholen. Des weiteren ist es auch möglich nach einer Ausbildung und (meist 3) Berufsjahren mit einem Eignungstest an eine Hochschule zugelassen zu werden. Hierbei sind fachfremde Richtungen jedoch ausgeschlossen. Außerdem erfolgt die Zulassung auf diesem Weg in den Bundesländern verschiedenen.
Außerdem kann man mit dem Bachelor Professional und Master Professional Qualifikationen erreichen, die zwar nicht Gleichartig aber Gleichwertig mit Hochschulabschlüssen sind.
Ausblick nach den Ergebnissen 2025
Projekte wie das Start-Chancen Programm sind Ansätze um Bildugnsungleichheiten früh entgegenzuwirken. Das Problem von Förderungsangeboten ist jedoch, dass diese häufig nicht die Zielgruppen erreichen, die von diesen Angeboten am meisten profitieren könnten. Gute Schulleistungen hängen immer noch stark vom Elternhaus ab und die Schulen können diese Diskrepanzen nur begrenzt ausgleichen. Es ist wichtig, viel über den 2ten und 3ten Bildungsweg zu informieren und weitere Chancen zu geben.

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