
Zwischen Ost und West: Das ungelöste Rätsel Transnistrien
EIZ Rostock
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Transnistrien – Das letzte Mitglied der Sowjetunion
Transnistrien ist ein kleines, international nicht anerkanntes Regime im Osten von Moldawien. Die Region wird ausschließlich nur von Russland gestützt. Die rund 370.000 Einwohner Transnistriens sprechen Russisch, Ukrainisch und Moldauisch. Um die Unabhängigkeit der Region herrscht seit über 30 Jahren ein Konflikt, der auch von der OSZE begleitet wird. Die Flagge und der Stil der Region erwecken den Eindruck, als wäre die Zeit in der Region stehen geblieben.

Eine Region, viele Fremdherrschaften
Die Region Transnistrien war in den Händen des Osmanischen Reichs, Russlands, Polens, Moldawiens, der Ukraine und schließlich auch Rumäniens bis es schließlich 1918 an die Ukrainische Sowjetrepublik angegliedert wurde. Anders als das bis dahin dazugehörige Moldawien, welches Teil von Rumänien blieb. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurden beide Regionen wieder zu einer Sowjetrepublik Moldawien vereinigt. Zur Zeit der Sowjetunion kam es zu weitreichenden Russifizierungsmaßnahmen, weshalb der Anteil der Moldauer bis zu 40% sank. Als dann die Sowjetunion zerfiel, führte die lange Geschichte der Spaltung und der kulturelle Wandel in der Region zu separatistischen Bestrebungen.
Der Zerfall der Sowjetunion & Ein 30-jähriger Konflikt
1990 erklärte sich Moldawien zur unabhängigen Republik, in Transnistrien waren durch die vielen russischen Einwohner pro-sowjetische Stimmen in der Mehrheit. Als die nationalistische Regierung in Moldawien dann russisch als Amtssprache abschaffte und eine Vereinigung mit Rumänien diskutiert wurde, nahmen die Spannungen zwischen beiden Regionen zu. Schließlich richtete Transnistrien einen provisorischen Obersten Sowjet, also Rat, ein und erklärte die Unabhängigkeit von Moldawien. Daraufhin brach ein Bürgerkrieg aus, der im militärischen Eingreifen Russlands endete. Seitdem besteht eine andauernde Waffenruhe, die von mehreren Gremien und Parteien überwacht wird.
Die OSZE und ihre Mission in Transnistrien
Seit 1993 leitet die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) einen Feldeinsatz an der Grenze zu Transnistrien. Dort Überwacht die Organisation die Einhaltung des Sonderstatus der Region, sowie die Garantie der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte der dort lebenden Menschen. Auch in der Vermittlung zwischen Transnistrien und Moldawien unterstützt die OSZE. Bis 2019 wurden diplomatische Verhandlungen wöchentlich im 5+2 Format ausgetragen, wobei Moldawien, Transnistrien, Russland, die Ukraine und Rumänien miteinander beraten, während die EU und die USA als Beobachter teilnehmen.

Russlands Tor nach Europa
Für Russland dient Transnistrien als ein Lager des Militärs, als auch ein Betriebsgelände der Geheimdienste. Hier findet ein großer Teil der russischen Geldwäsche und des Wahlbetrugs statt. Grund dafür ist unter anderem, dass eine oligarchische Gruppierung um einen ehemaligen KGB-Offizier einen entscheidenden Anteil der wirtschaftlichen Macht beherbergt. Auch im Ukraine-Krieg ist Transnistrien ein militärischer Stützpunkt Russlands, welcher für mögliche Angriffe auf den Südwesten genutzt werden kann.
Moldawien gibt kein Gas, ist der Konflikt bald gelöst?
Die Hauptfinanzierungsquelle Transnistriens ist der mit russischem Gas produzierte Strom, der an Moldawien verkauft wird. Anfang 2025 hat die Republik, diese Lieferung allerdings eingestellt, wodurch ein erheblicher finanzieller Schaden für Transnistrien entstand. Demnach spekulieren Experten über einen möglichen Zusammenbruch der Region. Pläne für einen möglichen Zusammenschluss mit Moldawien gibt es allerdings noch keine.
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