
Digitale Manipulation als Gefahr für die Demokratie
Deepfakes und andere Formen digitaler Desinformation verändern die Art und Weise, wie politische Inhalte wahrgenommen und verbreitet werden. Manipulierte Videos oder Audiodateien können politische Akteur*innen diskreditieren, falsche Narrative verstärken und gezielt Zweifel an der Glaubwürdigkeit demokratischer Institutionen säen. Besonders in Wahlkampfzeiten bergen solche Technologien ein hohes Missbrauchspotenzial.
Einfluss auf Wahlen und das Vertrauen in Politik und Medien
Der gezielte Einsatz manipulativer Inhalte kann die öffentliche Meinungsbildung erheblich beeinflussen. Wenn Bürgerinnen und Bürger nicht mehr sicher unterscheiden können, welche Informationen echt und welche manipuliert sind, gerät das Vertrauen in Medien, Politik und demokratische Prozesse insgesamt ins Wanken. Die Frage nach der Verlässlichkeit digitaler Informationen wird damit zu einer zentralen demokratischen Herausforderung.
Verantwortung von Plattformen und europäische Regulierung
Soziale Medien spielen eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung, aber auch bei der Eindämmung von Deepfakes. Gleichzeitig wächst der politische Druck, Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Mit Initiativen wie dem Digital Services Act (DSA) und dem AI Act hat die Europäische Union bereits wichtige Schritte unternommen, um digitale Manipulation einzudämmen und Transparenz sowie Rechenschaftspflichten zu stärken. Dennoch bleibt offen, wie wirksam diese Maßnahmen in der Praxis sein können.
Demokratie stärken – technologisch und gesellschaftlich
Neben regulatorischen Ansätzen braucht es langfristige Strategien zur Stärkung demokratischer Resilienz. Dazu gehören technologische Lösungen zur Erkennung von Deepfakes ebenso wie politische Bildung, Medienkompetenz und ein kritischer Umgang mit digitalen Inhalten. Nur wenn Institutionen, Plattformen und Gesellschaft gemeinsam handeln, lässt sich das Vertrauen in demokratische Prozesse nachhaltig sichern.
Austausch mit Expert*innen
Wie groß ist die Gefahr, die Deepfakes für demokratische Prozesse darstellen? Welche Verantwortung tragen soziale Medien, Regierungen und EU-Institutionen? Und welche konkreten Maßnahmen kann Europa ergreifen, um digitale Manipulation wirksam einzudämmen?
Diesen und weiteren Fragen widmen wir uns im Rahmen mehrerer Interviews mit Expert*innen, die Ende Januar 2026 aufgezeichnet werden. Die Gespräche werden redaktionell aufbereitet und sind spätestens ab dem 11. Februar 2026 auf unserem YouTube-Kanal EIZRostock öffentlich verfügbar.
Gut zu wissen:
Deepfakes sind mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugte oder manipulierte Medieninhalte, die für Betrachter*innen kaum noch von echten Aufnahmen zu unterscheiden sind. Ursprünglich vor allem im Unterhaltungsbereich genutzt, werden sie zunehmend auch für politische Desinformation eingesetzt. Internationale Studien zeigen, dass insbesondere Wahlkämpfe und gesellschaftliche Krisensituationen anfällig für den Missbrauch dieser Technologie sind.
Die Europäische Union reagiert auf diese Entwicklung mit neuen rechtlichen Rahmenbedingungen, darunter der AI Act und der Digital Services Act (DSA). Ziel ist es, Transparenz zu erhöhen, Missbrauch einzudämmen und zugleich Meinungsfreiheit und demokratische Grundwerte zu schützen. Die Auseinandersetzung mit Deepfakes ist damit nicht nur eine technologische, sondern vor allem eine demokratiepolitische Herausforderung, die langfristige Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Aufklärung erfordert.