Der Umgang mit Rechtsextremismus/ -populismus und den Ideen der Neuen Rechten stellen Verwaltung, Akteure der Zivilgesellschaft, aber auch Fachkräfte der Sozialen Arbeit immer wieder vor große Herausforderungen. Um einen besseren Umgang mit diesem Problem zu ermöglichen, hat die Hochschule Esslingen eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Kurt Möller ins Leben gerufen. Diese stellte vor allem eine „…unbefriedigende Transferbilanz eines Großteils von Qualifizierungsmaßnahmen für Fachkräfte im Themenfeld…“ fest. Darum rief sie das Projekt „Land in Sicht!“ ins Leben und erarbeiteten ein Konzept, mit dem auf lokale und/oder regionale Problem- und Bedarfslagen eingegangen werden kann. Die Forschungsgruppe entwickelte außerdem eine Vorgehensweise, die so genannte PAKOs (pauschalisierende Ablehnungskonstruktionen), die bei Menschen mit rechtsextremen und populistischen Weltbildern häufig vorherrschen, bekämpfen soll. Die KISSeS-Vorgehensweise zielt dabei auf die Lebensgestaltung und die individuelle Handlungsweise ab und darauf, diese so zu entwickeln, dass:Land in Sicht

  • Kontrolle über das eigene Leben zu gewinnen ist,
  • Integration in verständigungsorietierte Kommunikations- und Kooperationskontexte erfahrbar wird,
  • Sinnliches Erleben von positiver Valenz zu realisieren ist,
  • Sinn erfahren und zugeschrieben werden kann,
  • erfahrungsstrukturierende Repräsentationen ohne Ungleichheitsrepräsentationen zur Verfügung stehen,
  • Selbst- und Sozialkompetenzen dabei und dafür zu erwerben, einzusetzen, zu sichern und auszubauen sind.

Um diesen wissenschaftlichen Lösungsansatz in der Praxis umzusetzen und die Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis zu stärken, wurden sechs Partner in sechs verschiedenen Regionen Deutschlands ausgewählt, die jeweils sowohl Fort- als auch Weiterbildungen zu diesem Thema anbieten werden. Die Vernetzung durch akteursübergreifende Angebote und der praktische Bezug sollen dabei im Vordergrund stehen. Diese Workshops werden dann wiederum von der Forschungsgruppe evaluiert, um am Ende eine Optimierung des Ansatzes zu erreichen.

Das EIZ Rostock ist auch einer dieser Partner und steht stellvertretend für Mecklenburg-Vorpommern. Auch hier vor Ort ist diese Problemlage allgegenwärtig. Mit der AfD erzielte eine rechtspopulistische Partei sowohl bei der Landtagswahl als auch bei der Bundestagswahl hohe Ergebnisse im Land und die rechtsextreme NPD war in der letzten Legislaturperiode noch im Landtag vertreten. Das EIZ bietet deshalb im Zeitraum bis April 2019 in ganz Mecklenburg-Vorpommern verschiedene Fort- und Weiterbildungen in diesem Themenfeld für Multiplikator_innen an.

 

Projektförderer

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Robert Bosch Stiftung
Hochschule Esslingen
Bundeszentrale politische Bildung

„Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.“